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Weiter unten findest du noch ein Video von Lu Likes zum Thema Verliebtsein...

Hallo Mädels,
wir begrüßen euch ganz herzlich auf der Mädchen-Seite von Ophelia Langenhagen. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, haben verschiedene Themen für euch zusammengestellt und hoffen, dass euch die Seite gefällt und bei Problemen weiter hilft.

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Wir haben die Mädchen-Website für euch gestaltet

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Wir wünschen euch viel Spaß dabei, die Seite zu entdecken. Smiley

PS: Wenn ihr der Meinung seid, dass wichtige Themen fehlen, oder wenn ihr nähere Informationen über ein Thema braucht: Schreibt uns, vielleicht können wir euch helfen. E-Mail: info@ophelia-langenhagen.de

Was ist sexueller Missbrauch und wo fängt er an?

Wo beginnt sexueller Missbrauch und was bedeutet der Begriff? Für den sehr weitreichenden Begriff sexueller Missbrauch gibt es eine ganz genaue Definition die wie folgend aussieht:

"Sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Handlung eines Erwachsenen (Jugendlichen), die an oder vor einem Kind passiert...

  • ...gegen den Willen des Kindes
  • ...aufgrund körperlicher, psychischer, oder sprachlicher Unterlegenheit."

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteOftmals wird auch die Bezeichnung "Sexualisierte Gewalt" anstatt "Sexueller Missbrauch" gebraucht, um klar darzustellen, dass es sich um Gewalt und nicht um Sexualität handelt! Letztendlich musst aber du ganz alleine entscheiden, wann Missbrauch gegen dich anfängt!

Du alleine fühlst, was dir angenehm ist - und was nicht. Es gibt bestimmt Menschen, in deren Nähe du gerne bist, die dich umarmen dürfen - ohne dass du ein komisches Gefühl dabei hast. Solche Menschen sind wichtig und Zuneigung ist schön, doch vielleicht will (oder wollte dich) mal jemand an deinem Po, deiner Brust oder Scheide berühren. Oder du solltest sie an ihren Geschlechtsteilen anfassen! Das sind klar Missbrauchssituationen, die du nicht zulassen darfst!

Oft fällt es Kindern und jungen Mädchen besonders schwer, in solchen Situationen Missbrauchshandlungen abzulehnen. In der Regel kennt das Mädchen den Erwachsenen gut und vertraut ihm sogar. Dieses Vertrauen missbraucht der Täter und nutzt Macht- und Autoritätsposition aus, um seine eigenen Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen. Sexueller Missbrauch durch Fremde ist im Verhältnis eher selten (findet dennoch statt).

Aber nicht nur die oben genannte Situation betrifft sexuellen Missbrauch, sondern bereits Worte können sexueller Missbrauch sein. Es gibt viele Situationen, in denen du ein klares Signal geben solltest - höre auf dein Inneres.
Lass dich zu nichts überreden oder tu es aus Scham - oder weil du die Person gut kennst!

Weitere mögliche Situationen sexuellen Missbrauchs sind folgende:

  • Erwachsene oder ältere Jugendliche, die sich dir nackt zeigen, vielleicht spielen sie vor deinen Augen an sich herum.
  • Pornografische Fotos, Zeitschriften oder Filme, die dir gezeigt werden. Oder sie wollen sogar dich mit der
    Kamera aufnehmen, obwohl du das nicht willst!
  • Vielleicht wollen sie mit Körperteilen (Fingern, Zunge, Penis) oder Gegenständen in deinen Mund, deinen Po oder deine Scheide eindringen.
  • Wenn sie dich an Brust, Po oder Scheide berühren wollen oder du selber sollst sie an ihren Geschlechtsteilen anfassen.

Sexueller Missbrauch in der Kindheit und danach wirkt sich oftmals bis ins Erwachsensein aus, besonders in Situationen wie Streit in der Partnerschaft oder Familie, bei Angst oder in Stresssituationen.
Wenn eine Freundin dir erzählt, dass sie Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist - hilf ihr! Hilf ihr, indem du ihr gut zuhörst und ihr zeigst, dass du für sie da bist. Biete ihr an, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und, wenn sie mag, sie zu begleiten.

Häufig wird dem missbrauchten Mädchen vom Täter gesagt, es sei alles ein Geheimnis und sie dürfe mit niemandem darüber sprechen, sonnst würde etwas passieren. Lass dir keine Angst mehr einjagen: Du darfst über den Missbrauch sprechen!

(la)

Du kannst dich beraten lassen

Wir helfen dir gerne und professionell! Du bist in deiner Situation nicht alleine – viele Mädchen erfahren dasselbe und nehmen unsere Hilfe in Anspruch.
Du kannst uns anrufen und mit uns sprechen – anonym oder unter deinem Namen. Du kannst einen Termin mit uns ausmachen, allein oder vielleicht mit einer besten Freundin, ohne dass jemand davon erfährt.

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Digitale Medien - Tatort Internet

Wer hat kein Handy oder keinen PC mit Internetzugang? Fast niemand mehr. Digitale Medien wie PC, Handy oder Internet sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wir benutzen sie für private Zwecke, aber auch im beruflichen Kontext geht es nicht mehr ohne Internet, sogar die Politiker "twittern" oder "bloggen" über Dinge, die sie gerade machen oder vorhaben.

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteDas Internet ist inzwischen Teil des Alltags von Jung und Alt geworden. Aber genau dort lauern auch Gefahren, besonders durch die Unbefangenheit bzw. die Unwissenheit der jungen User und Userinnen. Dies macht sie gerade in diesen virtuellen Räumen anfällig für unangenehme Erfahrungen.

Ich möchte euch im folgenden Text über verschiedene Themen aufklären, über Probleme, die in der digitalen Welt auftauchen und die immer präsenter werden –  und euch somit verdeutlichen, wie wichtig es ist, die eigene Identität zu schützen und sich nicht vollkommen preiszugeben.

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Kommunikationsforen im Internet wie Online-Foren (SchülerVZ, Facebook), Chatrooms  (Knuddels) oder Video-Portale (Youtube, clipfish) sind spannende Orte für die Suche nach neuen Freunden, der großen Liebe oder zum Austausch mit Freunden. Aber genau diese "geschützten" Räume bieten neue Tatorte für (sexuelle) Gewalt oder Grooming.

Die hohe Anzahl anonymer, virtueller Treffpunkte und das Fehlen von wirksamen Kontrollmechanismen macht es u.a. pädophilen Täter/innen leicht, an ihre Opfer zu gelangen. Sexuelle Übergriffe werden allerdings auch von Jugendlichen auf gleichaltrige oder auch jüngere Chatter/innen ausgeübt.

Da nur über die Tastatur miteinander kommuniziert werden kann, handelt es sich im Internet um eine Interaktion ohne körperliche Anwesenheit – auch eine Webcam garantiert nicht das Erkennen der wahren Person!

Für die Täter hat das Vorteile:

  • Es ist relativ leicht, an die Opfer zu gelangen, da die Täter nicht aus dem Haus müssen, sondern nur vor dem PC sitzen.
  • Jeder User/in kann seine/ihre wahre Identität verbergen und sich ein "fake"-Profil erstellen, z.B. ein anderes
    Geschlecht auswählen, sich jünger oder älter oder auch attraktiver darstellen.
  • Die Hemmschwellen, Übergriffe auszuüben, sind geringer als in einer "face-to-face" Situation.
  • Die hohe Anonymität führt dazu, dass der/die Täter/in meist nur schwer identifiziert werden kann, z.B. wenn
    er/sie einen PC einer anderen Person benutzt.

Was sind sexuelle Übergriffe?

Unter diesem Begriff kann die unerwünschte Kommunikation über verschiedene sexuelle Themen (Gespräche über das eigene Sexualleben, sexuelle Erfahrungen oder über das Aussehen des eigenen Körpers) verstanden werden. Das Verschicken von pornografischem Material (z. B. Fotos nackter Personen, Comics oder Pornofilme) sowie die Aufforderung zu sexuellen Handlungen vor der Webcam (z. B. Aufforderung, seine Geschlechtsteile zu berühren oder sich selbst zu befriedigen) gehören dazu.

Was ist Grooming?

Grooming ist der Aufbau von Vertrauen über eine längere Kommunikation (meist mehrere Wochen). Es dient zur Anbahnung realer Treffen mit dem Ziel sexueller Übergriffe. Der/die Täter/in zeigt reges Interesse an den Problemen, den Wünschen und Träumen der meist minderjährigen Person. Dabei werden Handynummern, Fotos (z.T. auch Nacktfotos) ausgetauscht. Dies muss aber nicht bedeuten, dass die "wahre" Person sich zu erkennen gibt, sondern es kann sich auch um einen "Lockvogel" handeln, also eine Person, die nur die Kontakte zu den Mädchen oder Jungen herstellt.

Zu einem späteren Zeitpunkt werden dann Treffen an einem realen Ort vereinbart – meist ohne das Wissen von Eltern oder Freunden. Dies muss nicht immer "schlimm" enden, aber das Risiko von Übergriffen ist extrem hoch.

Wer sind die Opfer?

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteMädchen sind insgesamt häufiger von sexuellen Übergriffen in Internet betroffen als Jungen. Die Wahrscheinlichkeit, in einem Chatroom zu sexuellen Handlungen aufgefordert zu werden oder pornografische Filme oder Fotos zu erhalten, ist für ein 10-jähriges Mädchen genauso hoch wie für eine 18-Jährige. Aus diesem Grund ist es wichtig, schon frühzeitig über diese Thematik aufgeklärt zu werden, um zu wissen, dass dies nicht rechtens ist und dagegen vorgegangen werden kann.

Wer sind die Täter?

Aufgrund der hohen Anonymität und der Möglichkeit, die echte Persönlichkeit falsch darzustellen (Aussehen, Alter, Geschlecht), ist es schwer, die Täter/innen zu identifizieren. Dennoch zeigen Untersuchungen, dass die Übergriffe im Internet auf Minderjährige meist von Erwachsenen durchgeführt werden. Die Täter/innen können bei den Mädchen aus dem persönlichen Umfeld stammen, z. B. aus dem Familien- und Bekanntenkreis. Auch der Anteil der minderjährigen Täter/innen ist erheblich (ca. 20%).

Der Großteil der Täter/innen im Internet sind Fremde, zu denen der Kontakt erst durch die Kommunikationsforen entstanden ist. Die Kontaktaufnahme zu möglichen Opfern ist über das Internet wie gesagt viel leichter als im realen Umfeld.

Rechtslage

Sexuelle Übergriffe im Internet sind strafbar! Erhalten minderjährige Mädchen z. B. Fotos von Geschlechtsteilen, pornografisches Material etc., dann sind dies Straftaten nach § 131 Strafgesetzbuch (StGB) und § 184 StGB.
Privatfotos von Mädchen im Bikini werden arglos an andere Chatter geschickt und hinsichtlich pornografischer Details verändert, z.B. der Kopf  wird ausgeschnitten und in ein pornografisches Foto eingefügt. Werden diese gefälschten Fotos über das Internet weiter verbreitet, stellt dies eine Straftat nach § 201a Abs. 1-3 StGB dar.

Wie kann ich mich schützen?

Mädchen und Jungen ist oft nicht bewusst, dass nicht nur enge Freunde ihre Informationen (Fotos, Videos, Pinnwand-Einträge) in den unterschiedlichen Kommunikationsforen lesen können. Sie fühlen sich in einem geschützten Raum, da sie nicht sehen können, wer auf die einzelnen Seiten zugreift und "mitliest" oder sich Fotos "anguckt".

"Ein Mädchen liegt im Bikini am Pool. Sie merkt, wie jemand sie durch ein Loch in der Hecke beobachtet und findet das unangenehm. Also geht sie rein und zieht sich ein T-Shirt an."

(www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,531569,00.html)

Wenn du ein Foto oder ein Video hochgeladen hast, kannst du das Loch in der Hecke und den Beobachter dahinter nicht sehen…!

Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, die möglichen Privatssphäre-Einstellungen zu nutzen und das Profil für Fremde zu "sperren", um sich vor einem fremden Zugriff darauf zu schützen. Wichtige persönliche Informationen oder auch Verabredungen - wann und wo - sollten nicht über Pinnwände veröffentlicht werden. Es sollten nur Inhalte hochgeladen werden, die jeder/jede unbedenklich sehen darf (Oma, Lehrer, Bekannte, aber auch Fremde).  

Wichtig ist:  Das Internet vergisst nichts, viele Dinge kann man auch nach Jahren noch finden.

Wenn man doch jemanden im Internet kennengelernt hat und sich mit dieser Person treffen möchte, dann sollten die Eltern und/oder Freunde informiert werden über Treffpunkt und Uhrzeit. Das Treffen sollte auf einem belebten Platz stattfinden (auf keinen Fall in einer fremden Wohnung oder auf einem verlassenen Platz), da bei Notfällen immer noch Ansprechpartner vor Ort sind! 

Cyber-Mobbing – Was ist das?

Cyber- Mobbing wird auch als "Cyberbullying" bezeichnet und ist das bewusste Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer mit Hilfe moderner Kommunikationsmittel – meist über einen längeren Zeitraum. Cyber-Mobbing findet im Internet oder per Handy (z.B. durch SMS oder diverse Anrufe) statt. Oft handelt die Tatperson, die man "Bully" nennt, anonym, so dass das Opfer (zuerst) nicht weiß, von wem die Angriffe stammen.

Bei Cyber-Mobbing unter Kindern und Jugendlichen kennen sich Opfer und Täter/innen auch in der "realen" Welt. Die Opfer haben fast immer einen Verdacht, wer hinter den Attacken stecken könnte. In der Regel geht Cyber-Mobbing von Personen aus dem eigenen nahen sozialen Umfeld aus – der Schule oder dem Wohnviertel. Fälle, in die hauptsächlich Fremde involviert sind, sind eher wenig verbreitet.

Die große Gefahr am Cybermobbing besteht darin, dass die räumliche Begrenzung fehlt und das Internet ein weltweites Netz mit einem riesigen Publikum ist. Aufgrund dieser Tatsachen kann das Cyber-Mobbing eine bedrohliche Dimension annehmen. Das bedeutet, falsche Informationen können sich "lawinenartig" verbreiten und lösen eine Kettenreaktion aus.

  • Beispiel: Ein/e User/in hackt sich in ein fremdes Profil ein und schreibt an "Freunde" beleidigende Nachrichten. Nun muss sich der/die Inhaber/in des Profils vor den Freunden rechtfertigen, warum er/sie so etwas schreibt und die Konsequenzen (z.B. Kündigung der Freundschaft) dafür tragen.

Auch hier genießen die Täter im Internet Anonymität und haben bei ihrem Vorgehen meist eine sehr niedrige Hemmschwelle. Sie handeln skrupelloser und enthemmter, da sie ihren Opfern nicht direkt gegenüberstehen und daher deren Reaktionen auf die verletzenden Taten nicht unmittelbar mitbekommen.

Cybermobbing kann erfolgen durch:

  • Gründung von Hass-Gruppen in Netzwerken gegen das Opfer
  • Beleidigende und terrorisierende Nachrichten oder Pinnwand-Einträge, die für jeden sichtbar sind
  • Identitätsklau: Täter/in legt ein Profil im Namen und mit den Daten des Opfers an und verbreitet dann Lügen, Gerüchte etc.
  • Veröffentlichung von peinlichen und gefälschten Bildern oder Videos

Die Opfer des Cyber-Mobbings fühlen meist eine große Ohnmacht  und Hilflosigkeit, da sie nicht wissen, wie sie dagegen angehen können und möglicherweise selber als "Lügner/in" da stehen.

Gegen Cyber-Mobbing vorgehen

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteAls erstes sollten die Beweise gesichert werden, da Cybermobbing gegen die Persönlichkeitsrechte und gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verstößt und somit eine Straftat darstellt. Nach § 185 und 186 StGB ist der Tatbestand der Beleidigung und üblen Nachrede strafbar. Strafmündig ist man in Deutschland ab dem 14. Lebensjahr und kann somit zur Verantwortung gezogen werden.

Wenn man nicht gleich mit einer Anzeige gegen die Mobber/innen vorgehen möchte, sollte der erste Schritt sein, die Mobber/innen auf die Ignorier-Liste zu setzen und sie aufzufordern, die Aktivitäten zu unterlassen und die Inhalte zu entfernen. Des Weiteren sollte der Betreiber des Netzwerkes informiert und die Mobber/innen gemeldet werden (unter "Datenschutz" zu finden).

Um Hilfe zu bitten und sich so anderen anzuvertrauen, hat nichts mit (Ver)Petzen zu tun, denn wer wegsieht und
nicht hilft, macht mit! Dennoch: Einen 100%igen Schutz gegen Cyber-Mobbing gibt es nicht. Es ist darauf zu achten, so wenig Persönliches wie möglich von sich Preis zugeben, um so nur  wenig Angriffspunkte zu bieten.

(jh)

Weitere Informationen über das Thema findest du unter:

Was ist Sexting? 

Der Ausdruck Sexting setzt sich aus den beiden englischen Wörtern ‚sex‘ und ‚texting‘ zusammen und bezeichnet den Austausch selbst produzierter intimer Fotos von sich oder anderen via Internet oder Mobiltelefon.(1)

Häufig geraten Mädchen in die „Sexting- Falle“. Ein intimes Foto ist mit dem Smartphone schnell gemacht und wird beispielsweise an den Freund verschickt. Dies stellt im Grunde noch kein Problem dar. Es kann aber zum Problem werden, wenn der Empfänger das Foto nicht für sich behält, sondern an Außenstehende weiterleitet. Ist ein solches Bild erst einmal in der Öffentlichkeit unterwegs, ist die Verbreitung kaum noch aufzuhalten.

Manche Jungs haben mehrere Nacktfotos von Mädchen auf ihrem Smartphone - und die werden dann weitergeleitet und landen auch auf Internet-Portalen wie Facebook. Vielen Mädchen ist zunächst gar nicht bewusst was mit ihrem Nacktfoto passiert. Wenn sie davon erfahren, haben meistens schon viele Personen das Foto erhalten und weitergeleitet. Häufig trauen Betroffene sich aus Scham nicht mehr in die Schule oder werden von MitschülerInnen gemobbt. Eltern und Lehrer sind oft mit dem Problem überfordert, manchmal wissen sie auch gar nichts davon.

Wie kann ich mich schützen?

Eine Schweizer Jugenschutzorganisation, "Pro Juventute", hat sich des Themas schon angenommen und eine Kampagne mit Plakaten, Videos und Merkblättern gestartet, die über Handlungsmöglichkeiten aufklären. Hier kannst du dir schon mal einen Überblick verschaffen.

Sexting: Merkblatt für Kinder und Jugendliche: https://www.projuventute.ch/fileadmin/kundendaten/angebote/
medienprofis/downloads/de/ Medienprofis_Merkblatt_Sexting_Kinder_und_Jugendliche_DT.pdf

Wenn du möchtest, kannst du dich an uns wenden. Wir hören dir zu und unterstützen dich.

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K.O.- Tropfen

Flüssige Drogen

K.O.-Tropfen oder auch Knockout-Tropfen genannt, sind Medikamente, die eine narkotisierende Wirkung haben und ursprünglich nur therapeutisch als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden. In den letzten Jahren kommt es immer häufiger vor, dass Mädchen und junge Frauen unter Einfluss von K.O.-Tropfen Opfer von sexueller Gewalt werden.

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteK.O.- Tropfen, oft auch als "Partydroge" oder "Liquid Ecstasy" (in sofern verwirrend, weil die Tropfen gar nichts mit Ecstasy zu tun haben!) bekannt, werden von Tätern häufig verwendet, weil es in flüssiger Form leicht in offene Getränke eingebracht werden kann und der leicht salzige und seifige Geschmack von dem Eigengeschmack der Getränke häufig überdeckt wird. Für das potenzielle Opfer kann die ungewollte Einnahme von Liquid Ecstasy sogar lebensbedrohliche Folgen haben, denn in Verbindung mit Alkohol besteht die Gefahr der Atemlähmung!

Nach der ungewollten Einnahme machen K.O.-Tropfen ihre Opfer zuerst willenlos und dann bewusstlos! Direkt nach der Einnahme können Mädchen und Frauen noch eine Weile normal reden und sich bewegen - so das Außenstehende keinen Verdacht schöpfen, dass Drogen im Spiel sind! Das erklärt sicherlich auch wieso K.O.-Tropfen so häufig auf öffentlichen Veranstaltungen benutzt werden: Dem Täter bleibt noch genügend Zeit, um das Mädchen/ die Frau an einen anderen Ort zu führen.

Nach Erwachen können sich die Opfer häufig aufgrund von Gedächtnislücken nicht mehr an die Tat erinnern, sie wissen oft nur noch, dass "Etwas" gegen ihren Willen passiert ist!

Wie genau wirken K.O.-Tropfen?

K.O.-Tropfen machen zuerst willenlos und führen dann zur Bewusstlosigkeit.

  • Die Wirkung tritt nach ca. 10 - 20 Minuten ein und hält je nach Dosis mehrere Stunden an
  • Direkt nach der Einnahme setzt blitzschnell ein Erinnerungsverlust ein
  • Frauen und Mädchen wird oft plötzlich übel, auch schwindlig und sie bekommen teilweise Herzrasen
  • Oft vermuten sie, dass diese Wirkung vom Alkohol kommt (auch wenn sie bis dahin nicht übermäßig viel
    getrunken haben!)
  • Nach dem Erwachen fühlen sich die Opfer häufig  sehr "verkatert" und können unter starker Übelkeit, stundenlangem Erbrechen, Panik- und Angstanfällen leiden.
  • Manche betroffene Mädchen und Frauen leiden auch noch Tage später unter Konzentrationsstörungen.

Wie kann ich mich vor K.O.-Tropfen schützen?

Nun nicht mehr mit Freunden wegzugehen  ist auch keine Lösung! Aber wenn du folgende Punkte einhältst, dann läuft du schon wesentlich weniger Gefahr Opfer von sogenannten Knockout-Tropfen zu werden:

  • Nimm keine offene Getränke von unbekannten Personen an.
  • Lass dein Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen.
  • Hol dir im Zweifelsfall lieber ein neues Getränk.
  • Nimm dein bestelltes Getränk persönlich entgegen.
  • Kümmere dich um Freundinnen und Freunde, die zuviel getrunken haben.
  • Nimm bei einer Einladung nur Getränke an, deren Weg du vom Tresen an verfolgt hast oder noch original verschlossen sind.
  • Wenn du dich unwohl fühlst oder wenn dir schlecht wird, sprich Freundinnen und/oder Personal (z. B. in Diskotheken, Bars) an.
  • Hör auf deinen Instinkt und zögere nicht, die Disco oder eine Party in Begleitung einer Freundin zu verlassen,
    wenn du dich dort nicht sicher fühlst.
  • Lasse dir nicht von einem oder mehreren Fremden helfen und aus dem Raum/Disco etc. führen!
  • Sprich mit deinen Freundinnen über das Problem mit den K.O.-Tropfen und achtet aufeinander wenn ihr ausgeht.
  • Wenn du beobachtest, dass jemand einer anderen Frau oder Mädchen etwas ins Glas mischt, gib ihr sofort Bescheid und benachrichtige das Personal.
  • Rufe im Zweifelsfall die Polizei an.

Was tun, wenn ich denke Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein?

K.O.-Tropfen lassen sich im Blut und Urin nur für eine kurze Zeit (ca. 12 Stunden) nachweißen. Unter bestimmten Umständen kann aber durch eine Haaruntersuchung auch noch nach einer geraumen Zeit der Wirkstoff nachgewiesen werden.

Du solltest unbedingt schon bei dem Verdacht der Einnahme von K.O.-Tropfen einen Arzt einschalten. Zumindest so bald wie möglich eine Ambulanz oder ein rechtmedizinisches Institut aufsuchen. Sprich sofort an, dass du glaubst Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein! Erkläre am besten, dass du diesen Zustand unter Alkoholeinfluss nicht kennst!

Du musst dich nicht schämen! Die Täter/innen können nur ausfindig gemacht werden, wenn betroffene Mädchen und Frauen den Mut haben, für ihre Rechte einzutreten und wichtige Informationen geben.

Unterstützung und Halt bekommt ihr hier beim Ophelia Langenhagen e. V.! Natürlich kostenlos und anonym!

(la)

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Magersucht und Bulimie

Du hast eine Essstörung? Du weißt nicht, an wen du dich wenden sollst? Du fühlst dich alleingelassen?

Information

Magersucht oder Anorexia nervosa ist eine krankhafte Essstörung. Sie ist gekennzeichnet durch einen starken, selbst verursachten Gewichtsverlust und durch große Angst vor einer Gewichtszunahme.

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteBulimie (Bulimia nervosa)- oder auch Ess-Brechsucht ist ebenfalls eine krankhafte Essstörung. Bulimie-Betroffene sind meist normalgewichtig, oder auch unter- oder übergewichtig. Sie werden von regelmäßigen Heißhungerattacken heimgesucht: Erkrankte Mädchen wollen ihr Gewicht besonders durch Erbrechen, aber auch durch Hungern, Diäten, ausgiebigen Sport oder Missbrauch von Abführ- oder Brechmitteln "kontrollieren".

Mehr als eine Million junge Mädchen und Frauen in Deutschland leiden unter den Symptomen einer Essstörung (Symptom-Liste siehe unten). Betroffen sind junge Frauen und Mädchen (und immer öfter auch Männer) in der Altersspanne zwischen 12 und 35 Jahren: Mädchen, die an Magersucht leiden, nehmen sich trotz Untergewichts als zu dick wahr und nehmen unter jedem Umstand an Körpergewicht ab. Ihr Selbstwertgefühl hängt nicht nur von Leistungen zum Beispiel im Bereich Ausbildung/Beruf, Hobby oder Privatleben, sondern sehr stark von der Fähigkeit ab, dass Körpergewicht kontrollieren zu können. Die Erkrankung kann nur selten durch eine kurze Behandlung geheilt werden und benötigt unbedingt professionelle Hilfe.

Magersucht zählt zu den psychischen Krankheiten mit der höchsten Sterberate: Etwa 15 Prozent der Erkrankten Personen sterben daran. Warum das so ist - und was bei Magersucht, also extremen Untergewicht, mit einem Körper passiert, kannst du hier in einer einfachen Zusammenfassung lesen:

Zu der Entstehung der Krankheit gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Auffallend ist aber, dass Magersucht und Bulimie besonders bei Frauen in westlichen Gesellschaften auftritt. Sicherlich liegt es mitunter daran, dass das Schönheitsideal für Frauen sich in den letzten Jahrzehnten in den westlichen Industrienationen immer extremer von schlank zu noch schlanker bis dünn und dürr entwickelte - und noch immer entwickelt!

Dieses Schönheitsideal wird ganz besonders durch die Massenmedien produziert. In der Werbung sehen wir tagtäglich Schlankheit und perfektes Aussehen. Es vermittelt den Eindruck, als ob Aussehen der "Schlüssel" zu beruflichem und sozialem Erfolg sei! So kommt es, dass Essstörungen meistens bloß mit einer harmlosen Diät anfangen.

Magersucht ist so gut wie immer nur ein Symptom eines tiefer liegenden psychischen (und sozialen) Problems, welches unbedingt  behandelt werden muss: Psychische Traumatisierungen, wie sexueller Missbrauch zum Beispiel sind in den Lebensläufen der Anorexiepatienten oft zu finden. Ebenso ein schwaches Selbstbewusstsein und Perfektionismus lassen sich bei den erkrankten Mädchen oft untersuchen.

Aber auch das direkte "normale" Umfeld wie die Familie kann ausschlaggebend sein: In Familien mit emotionaler Kälte, geringer persönlicher Zuneigung und hohen Erwartungen - es herrscht zwar ein Streben nach Harmonie in der Familie und besonders nach außen hin, doch ernsthafte Auseinandersetzungen in Konflikten oder mit Wut, Angst und so weiter, finden nicht statt.

Merkmale zum gestörten Essverhalten

Schau einmal, ob diese Punkte auf dich zutreffen könnten!

  • Überspringst du Mahlzeiten häufig?
  • Isst du nur kleinste Portionen?
  • Willst  du gar nicht mit anderen zusammen essen?
  • Machst du aus jedem Essen ein richtiges Ritual?
  • "Studierst“ du Essen vorher nach Fett- und Kaloriengehalt?
  • Oder achtest du immer darauf, genug Essen im Haus zu haben - übergibst du dich dann, wenn du deiner
    Meinung nach zuviel davon gegessen hast?
  • Benutzt du Abführmittel oder Entwässerungsmittel, um Gewicht zu verlieren?
  • Rauchst du oder treibst du enorm viel Sport, nur um dich vom Hungergefühl abzulenken?
  • Verbringst du viel Zeit damit, deine "Problemzonen" im Spiegel zu betrachten?
  • Glaubst du, fett zu sein, obwohl dich immer wieder Leute darauf ansprechen, wie dünn du geworden bist?

Sollte einer oder gleich mehrere dieser Punkte auf dich zutreffen, so empfehlen wir dir, Kontakt mit uns aufzunehmen! (interaktiv!?)

Wer sind Ana und Mia?

Pro-Ana (für Anorexia nervosa, also Magersucht) und Pro-Mia (Bulimia nervosa: Ess-Brechsucht) sind Bewegungen von Mager- und  Ess-Brechsüchtigen im Internet. Sie entstanden ursprünglich am Anfang des 21. Jahrhunderts in den USA und breiteten sich so auch nach Europa aus.

Mittlerweile glaubt man, dass es allein in Deutschland mehrere hundert dieser Pro-Ana Internetseiten im web gibt. Dort versuchen Mädchen sich gegenseitig zum abnehmen anzuspornen, bestärken sich in ihrem krankhaften Essverhalten und tauschen Tipps aus, wie man besonders schnell, besonders viel Gewicht verlieren kann, wie man lästige Gewichtskontrollen beim Arzt manipuliert, oder verabreden sich virtuell zu Fastenwochen. 

Sie personifizieren Magersucht durch den mädchenhaften Namen Ana - der da ganze möglichst harmlos aussehen lässt. An "Ana" oder "Mia" können die Mädchen Briefe schreiben und bauen nach einiger Zeit ein gefährliches "Wir-Gefühl" auf. Es werden Fotos von besonders dünnen Mädchen mit eingefallenen Gesichtszügen, hervorstehenden Wangenknochen und riesigen Augen in die Internetforen gestellt und mit Ana bezeichnet. Viele Seiten haben sogar feste "Gesetze", "Gebote" oder gar "Glaubensbekenntnisse" oder "Psalme", die von den Mädchen eingehalten werden müssen. Es werden Abnehm-Wettbewerbe oder Motivationsverträge gemacht und die Mädchen mit allen Mitteln vom Hungergefühl abgelenkt.

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteHilfe und Beratung

Hier im Ophelia Langenhagen e. V. haben wir Erfahrungen mit dem Umgang von Mädchen, die an einer Essstörung leiden. Wir stehen dir jeder Zeit gerne für Fragen zur Verfügung - und außerdem kannst du auch ein Beratungstermin mit uns vereinbaren.

Wir wollen dir helfen! Sprich uns bitte an - du musst damit nicht alleine fertig werden! Keiner muss von deinem Besuch bei uns erfahren - wenn du magst kannst du sogar anonym bleiben. Die Beratung ist kostenlos und professionell.

(la)

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Weitere Informationen über das Thema findest du unter:

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Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteZwangsheirat

Du hast die Wahl – du kannst entscheiden, wen du heiratest!

Liebe wächst nicht aus Zwang
(Nothilfeflyer von Terre de femmes)

Jeder Mensch hat das Recht, eine Ehe mit einem/einer selbstgewählten Partner/in einzugehen. Wenn dies nicht zutrifft, wird von einer Zwangsheirat gesprochen.

Was ist eine Zwangsheirat?

Es wird von einer Zwangsheirat gesprochen, wenn eine Eheschließung gegen den Willen mindestens eines Ehepartners eingegangen wird. Häufig geschieht dies unter Ausübung oder Androhung von physischer und psychischer Gewalt bzw. mit Verweis auf Bestrafung oder nachteilige Auswirkungen auf die Familie, falls die Ehe nicht geschlossen wird. Auch die Bedrohung der Betroffenen mit existentiellen, finanziellen oder ausländerrechtlichen Folgen kann zu einer Zwangsheirat führen.

Zwangsheiraten kommen zustande, wenn einer oder auch beide sich vergeblich gewehrt haben oder sich nicht getraut haben, sich dem zu widersetzen. Übrigens: Kinderehen werden auch als eine Form von Zwangsheirat angesehen, da sie unter nicht volljährigen Partnern geschlossen wird. Das Mindestalter einer Eheschließung in Deutschland liegt bei 18 Jahren.

Bei der Beschäftigung mit dieser Thematik muss dennoch zwischen einer "Zwangsheirat" und einer "arrangierten Heirat" unterschieden werden. Bei einer arrangierten Ehe wird die Wahl des Partners durch Dritte – wie bei der Zwangsheirat auch (meist sind es die Eltern oder nahe Verwandte) – getroffen. Allerdings wird die arrangierte Heirat im vollen Einverständnis der Eheleute geschlossen. Sie haben vorher die Möglichkeit, sich gegen vorschlagende Partner/innen auszusprechen und Alternativen zu verlangen. Zwischen erzwungener und arrangierter Ehe zu unterscheiden, ist dennoch nicht immer einfach, denn es besteht eine unklare Grenze dazwischen: Es ist nicht immer feststellbar, ob eine arrangierte Ehe nicht doch unter erheblichen Druck zustande kam. 

Zwangsehen sind ein weltweites Phänomen, sie lassen sich auf keine bestimmte religiöse Tradition zurückführen. Fälschlicherweise wird die Religion dabei oft zur Rechtfertigung patriarchalischer Traditionen herangezogen – eine Zwangsehe ist nur in einem patriarchalischem Umfeld möglich. Viele Frauen und Mädchen sind davon betroffen, trotz nationaler und internationaler Verbote. Männer sind auch durchaus betroffen, aber in deutlich geringerer Anzahl.

Welche Gründe gibt es für eine Zwangsheirat?

Die Motive einer Zwangsheirat können vielfältig sein. Die Familie der Betroffenen möchte beispielsweise sicherstellen, dass die Tochter einen Mann aus dem gleichen religiösen, kulturellen oder sozialen Umfeld heiratet, aus dem die Familie stammt. In einigen Kulturen ist es üblich, dass ein "Brautpreis" bezahlt wird, somit spielt z.B. in diesen Fällen das Finanzielle eine Rolle.

Die sogenannten "Importbräute", also junge Mädchen und Frauen, die in ein fremdes Land geholt und verheiratet werden sollen, befinden sich in einer besonders schwachen Position, da sie oftmals über keine oder sehr geringe Sprachkenntnisse verfügen. Diese Mädchen gelten bei patriarchalischen Familien oftmals als weniger "westlich" und sind somit eher geeignet für eine Ehe nach den eigenen Vorstellungen.

Eine weitere mögliche Ursache für eine Zwangsverheiratung, kann das Erlangen einer Aufenthaltsgenehmigung für den nachziehenden Ehemann bzw. die nachziehenden Ehefrau sein.

Warum wehren sich viele betroffene Mädchen und Frauen nicht?

Es gelingt nur wenigen Mädchen und Frauen, sich gegen die Zwangsverheiratung zu wehren. Es gibt viele verschiedene Gründe, die oftmals auch mit fehlender/gescheiterter Integration zu tun haben:

  • Vermeidung von lebensbedrohlichen Konflikten – Angst
  • Fehlende Perspektiven – Gefühl der Hilf- und Ausweglosigkeit
  • Mangelndes Wissen über die eigenen Rechte – fehlende Aufklärung
  • Solidarität der Familie gegenüber – Pflichtgefühl, das Beste für die Familie tun zu müssen

Warum ist die Zwangsheirat eine Menschenrechtsverletzung?

"Das Recht auf freie Eheschließung und selbstbestimmte Partnerwahl" wird in Artikel 16 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen anerkannt und gewährleistet. "Zwangsverheiratung stellt eine Form der Gewalt gegen Frauen und eine Menschenrechtsverletzung dar" (Folgekonferenz zur vierten UN-Weltfrauen-Konferenz im Jahr 2000). Eine erzwungene Eheschließung zieht meist weitere Menschenrechtsverletzungen mit sich, innerfamiliäre Herrschaftsverhältnisse, häusliche Gewalt – also verschiedenartige Verletzungen des Rechts auf körperliche und seelische Unversehrtheit.

Die freie Partnerwahl ist ein Menschenrecht

Eine Person zu einer Ehe zu zwingen, ist eine Straftat. Die demokratische Gesellschaft hat die Aufgabe, Frauen sowie Männer vor dieser schweren Verletzung der Menschenrechte zu schützen, denn eine Heirat gegen den eigenen Willen verstößt gegen geltende Gesetze und wie oben genannt gegen grundlegende Menschenrechte. Nach deutschem Recht ist die Zwangsverheiratung, wie in vielen anderen Ländern auch, rechtswidrig. Dies ist im Grundgesetz (GG) festgeschrieben und wenn dagegen verstoßen wird, ist dies nach dem Strafgesetzbuch (StGB) strafbar.

Du darfst allein entscheiden, wen, wann und ob du heiraten möchtest!

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteDie Eltern, Verwandten oder Freunde wollen in der Regel immer das Beste für ein Mädchen. Was das Beste ist, kann aber nur sie allein entscheiden, schließlich muss sie selbst mit dem Ehepartner leben und nicht die Eltern und nicht Verwandte oder Freunde!

Liebe wächst nicht unter Zwang und unter Druck oder gar mit Gewalt. Möglicherweise versuchen die Parteien, ihren Willen mir Druck und gegebenenfalls mit Gewalt durchzusetzen – oder machen den Vorwurf, "Schande" über die Familie zu bringen. Somit geraten Mädchen/Frauen in folgenschwere Konflikte zwischen der Liebe zur Familie und den eigenen berechtigten Interessen und Bedürfnissen. Es gibt viele Mädchen und Jungen mit ganz ähnlichen Problemen. ABER: Jede/r Betroffene/r kann sich Hilfe holen!

(jh)

Sind dir beim Durchlesen des Artikels Dinge bekannt vorgekommen, weil du es ähnlich erlebst oder du jemanden kennst, die genau dies durchlebt? Dann kannst du dir Hilfe holen – denn du bist nicht allein! Du kannst uns anrufen, vorbeikommen oder einfach eine E-Mail schicken.

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Gewalt in Teenager-Beziehungen

Die ersten sexuellen Erfahrungen im Jugendalter sollten nicht mit Grenzverletzungen verbunden, sondern für beide ein positives Erlebnis sein!

„Schön ist nur, was beide wollen“

Frauennotruf Langenhagen - MädchenseiteIn der Pubertät und im Jugendalter spielen romantische/sexuelle Beziehungen eine wichtige Rolle. In dieser prägenden Zeit machen Mädchen und Jungen leider auch erste Erfahrungen mit Beziehungsgewalt. Es wird davon ausgegangen, dass Gewalt in Teenager-Beziehungen vergleichbar weit verbreitet ist wie in Paarbeziehungen von Erwachsenen. Jede vierte Frau in Deutschland ist von Partnerschaftsgewalt betroffen.

Unter dem Link http://www.was-geht-zu-weit.de kannst du unter anderem in einem Beziehungs-1x1 Tipps holen, wie man respektvoll miteinander umgeht, sich vor Grenzüberschreitungen schützt, welchen Rat man Freundinnen und Freunden geben und wo man sich Hilfe holen kann, wenn es kompliziert wird.

Ich möchte euch im nachstehenden Text darüber aufklären, was (sexuelle) Gewalt in Teenager-Beziehungen sein kann und wie man sich dagegen schützen bzw. wehren kann, auch wie man in solch einer Situation einer anderen helfen kann.

Ihr findet Informationen zu folgenden Themen

Anhänglichkeit und "übergroße" Aufmerksamkeit werden oft als Liebesbeweise verstanden. Dies können aber auch erste Warnzeichen für manipulierendes und kontrollierendes Verhalten sein. Dies kann sich schnell in "Beziehungsterror" verwandeln. Verbale Demütigungen, Drohungen, Stalking, Telefonbelästigung, Bloßstellungen im Internet (siehe Text Digitale Gewalt - Tatort Internet) sowie Körperverletzung und Vergewaltigung sind Formen von Beziehungsgewalt. Die Erlebnisse können traumatisierend wirken und nachhaltige Folgen für die soziale Entwicklung der Betroffenen haben.

Was ist sexuelle Gewalt?

Sexuelle Gewalt ist ein Macht- und Vertrauensmissbrauch. Sexuelle Gewalt ist eine individuelle, alters- und geschlechtsunabhängige Grenzverletzung und meint jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind oder einem/einer Jugendlichen entweder gegen dessen/deren Willen vorgenommen wird, oder der das Kind oder der/die Jugendliche aufgrund körperlicher oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Das bedeutet: sexuelle Gewalt findet immer in einem ungleichen Machtverhältnis statt (z. B. körperliche, zahlenmäßige, intellektuelle Unterlegenheit). Somit ist das Prinzip der Freiwilligkeit nicht gegeben.

Welche Formen sexueller Gewalt gibt es?

Formen können beispielsweise sein:

  • Sexualisierte Schimpfwörter und Gesten
  • Voyeurismus ("Spannerei")
  • Exhibitionismus – das ist eine sexuelle Neigung, bei der die betreffende Person es als lustvoll erlebt, von
    anderen Personen nackt oder bei sexuellen Aktivitäten beobachtet zu werden
  • Aufnehmen und Weitergeben von intimen Fotos/Filmen ohne Zustimmung der betroffenen Person
  • Körperliche Übergriffe
    • ungewollte Berührungen, Grapschen
    • Date-Rapes (sexuelle Gewalt bei Verabredungen)
    • Vergewaltigung
    • Gang-Bangs (Gruppenvergewaltigung)
  • Stalking – das Belästigen, Verfolgen und Bedrohen einer anderen Person

Warum kommt es zu sexuellen Übergriffen?

Es spielen viele Faktoren eine Rolle. Die immer schnellere "Pornografisierung" der Gesellschaft trägt zu einer Haltung unter Kindern und Jugendlichen bei, die "weismacht", dass Gewalt in sexuellen Kontakten normal sei. Die Helden vieler junger Personen, meist Jungen, sind unter anderem "Porno-Rapper", deren Lieder oft auf dem Index (Liste mit verbotenen Liedern - wegen jugendgefährdender Inhalte ) stehen und gerade deswegen gehört werden, weil das "cool" seien soll.

Viele Jugendliche wissen auch gar nicht so "genau", was eine Vergewaltigung ist, meist verstehen sie darunter nur die vollzogene vaginale Vergewaltigung durch eine fremde Person, wobei das Mädchen sich aktiv zur Wehr setzen muss. Eine weitere Ursache scheint die missverstandene Kommunikation unter Jugendlichen zu sein (Nein sagen, Ja verstehen bzw. Ja sagen, Nein verstehen).

Im Freundeskreis spielt die bestehende Gruppendynamik eine wichtige Rolle, denn durch Gruppenzwang kann ein Mädchen oder auch ein Junge dazu gebracht werden, ein sexuelles Verhalten zu zeigen, das sie/er selbst eigentlich nicht zeigen will und das ihre/seine Grenzen verletzt.

Alkohol kann auch dazu führen, dass eigene Grenzen nicht deutlich gesetzt werden können, bzw. Grenzen anderer nicht wahrgenommen und respektiert werden. Wird ein Mädchen oder ein Junge gezielt "abgefüllt", um den Widerstand zu schwächen und dann sexuelle Handlungen zu ermöglichen, liegt planvolles und absichtliches sexuell grenzverletzendes Handeln vor!

Wie kann ich mich dagegen schützen bzw. wehren?

Gewalt verursacht Ohnmachts- und Angstgefühle. Wer in verschiedenen Situationen Gewalt erlebt, braucht gute Abwehrstrategien. Die eigenen Gefühle sind dabei oft das erste Warnzeichen, wenn eine Situation bedrohlich wird.

  • Bei einer verbalen Anmache sollte man ruhig und selbstbewusst reagieren. Es sollte möglichst Abstand zum Angreifer gehalten werden und laut einen Abwehrsatz gerufen werden, beispielsweise  "Halt!", "Stop!" oder
    "Lass mich in Ruhe!"
  • Falls Menschen in der Nähe sind, die helfen können: Es sollte klar dargestellt werden, dass das kein "kleiner privater" Streit ist, sondern dass man angegriffen wird. Ihnen sollte gesagt werden, worum es geht, mit der Aufforderung, die Polizei zu rufen ("Der Mann bedroht mich, bitte rufen Sie die Polizei"). Werden weitere Personen involviert, muss der Täter seine Situation neu abschätzen und meist kommt er zu dem Schluss, dass Weitermachen zu risikoreich wäre, weil Widerstand droht!
  • Gegenüber dem/der Täter/in sachlich bleiben – keine Beleidigung/Provokation, dennoch weiter darauf bestehen, dass er/sie dich in Ruhe lässt!
  • Weglaufen ist das Vernünftigste, z.B. wenn niemand in der Nähe ist, der einem helfen könnte, denn körperliche Abwehr kann unter Umständen gefährlich werden (z.B. bei körperlicher Unterlegenheit)
  • Zuletzt, wenn nichts anderes hilft – LAUT SCHREIEN!

Das erregt Aufmerksamkeit und bringt den/die Täter/in aus dem Konzept!

Wie kann ich helfen?

Je mehr "Zuschauer" in einer Gewaltsituation dabei sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle denken 'Es sind ja noch andere da, die helfen können'. Oder die Personen haben Angst, selbst etwas "abzubekommen".

Man sollte sich selbst nicht in Gefahr bringen, dennoch ist es wichtig, dass jemand reagiert.

  • Augenzeugen können eingreifen, indem sie gezielt das Opfer ansprechen und fragen: "Kann ich dir helfen?"
  • Den Angreifer mit einer gezielten Ansage ansprechen, z. B. "Hör auf damit!" – Nicht den/die Täter/in anschreien
    oder anfassen, die Situation könnte eskalieren!
  • Wenn man mit mehreren Freunden unterwegs ist, könnte man zusammen den Angreifer überwältigen. – Vorher aber die Situation prüfen, ob dies die Lage des Opfers verschlimmern würde (z. B. wenn der Angreifer eine Waffe hat).
  • Sind andere Personen in der Nähe, dann um Hilfe bitten, z. B. "Sie mit dem grünen Pullover, bitte rufen Sie die Polizei!"

Wichtig! Hilfe holen ist nicht Petzen! Es ist sehr wichtig, mit jemanden über die erlebten Gewaltsituationen zu sprechen, damit das Opfer Unterstützung bekommt und die Täter eine Grenze aufgezeigt bekommen, sonst denken die Täter, sie sind im Recht!

(jh)

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Zusätzliche Links und Telefonnummern

  • www.was-geht-zu-weit.de | Online-Ratgeber für Jugendliche zu Dating, Liebe, Respekt und Grenzen
  • www.lambda-online.de | Information für lesbische Mädchen
  • Nummer gegen Kummer, Tel. 0 800 - 111 0 333 | kostenloses Kinder- und Jugendtelefon, Mo - Sa, 14 - 20 Uhr
  • N.I.N.A., Tel. 0 1805 - 12 34 65 | Anlaufstelle bei sexueller Gewalt, Mo 9 - 13 Uhr, Do 13 - 17 Uhr, 14 ct / min.

 

"Willst du mit mir Drogen nehmen" ist eine Single der Band Alligatoah. In dem Video zu dem Song  wird die klassische Drogenkarriere dargestellt. Zuerst scheint alles ein Spaß zu sein. Ein Mädchen feiert mit ihrem Kumpel und konsumiert die typischen Einstiegsdrogen, um ihren Frust zu vergessen.  Der junge Mann gibt ihr immer härtere Drogen, ihr Zustand wird zusehends schlechter. Aus Spaß wird trauriger Ernst, wobei ihr Absturz mit der Kamera dokumentiert wird.

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Kooperationspartner

Stadt Langenhagen
Fachdienst Kinder und Jugend

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