K.O.-Tropfen

K.O.-Tropfen oder auch Knockout-Tropfen genannt, sind Medikamente, die eine narkotisierende Wirkung haben und ursprünglich nur therapeutisch als Schlaf- oder Beruhigungsmittel eingesetzt werden. In den letzten Jahren kommt es immer häufiger vor, dass Mädchen und junge Frauen unter Einfluss von K.O.-Tropfen Opfer von sexualisierter Gewalt werden.

Flüssige Drogen

K.O.- Tropfen, oft auch als „Partydroge“ oder „Liquid Ecstasy“ (insofern verwirrend, weil die Tropfen gar nichts mit Ecstasy zu tun haben!) bekannt, werden von Tätern häufig verwendet, weil es in flüssiger Form leicht in offene Getränke eingebracht werden kann und der leicht salzige und seifige Geschmack von dem Eigengeschmack der Getränke häufig überdeckt wird. Für das potenzielle Opfer kann die ungewollte Einnahme von Liquid Ecstasy sogar lebensbedrohliche Folgen haben, denn in Verbindung mit Alkohol besteht die Gefahr der Atemlähmung!

Nach der ungewollten Einnahme machen K.O.-Tropfen ihre Opfer zuerst willenlos und dann bewusstlos. Direkt nach der Einnahme können Mädchen und Frauen noch eine Weile normal reden und sich bewegen – so das Außenstehende keinen Verdacht schöpfen, dass Drogen im Spiel sind. Das erklärt sicherlich auch, wieso K.O.-Tropfen so häufig auf öffentlichen Veranstaltungen benutzt werden: Dem Täter bleibt noch genügend Zeit, um das Mädchen/ die Frau an einen anderen Ort zu führen.

Nach Erwachen können sich die Opfer häufig aufgrund von Gedächtnislücken nicht mehr an die Tat erinnern. Sie wissen oft nur noch, dass „etwas“ gegen ihren Willen passiert ist.

Wie genau wirken K.O.-Tropfen?

K.O.-Tropfen machen zuerst willenlos und führen dann zur Bewusstlosigkeit.

  • Die Wirkung tritt nach ca. 10 – 20 Minuten ein und hält je nach Dosis mehrere Stunden an.
  • Direkt nach der Einnahme setzt blitzschnell ein Erinnerungsverlust ein.
  • Frauen und Mädchen wird oft plötzlich übel, auch schwindlig und sie bekommen teilweise Herzrasen.
  • Oft vermuten sie, dass diese Wirkung vom Alkohol kommt (auch wenn sie bis dahin nicht übermäßig viel getrunken haben!)
  • Nach dem Erwachen fühlen sich die Opfer häufig sehr „verkatert“ und können unter starker Übelkeit, stundenlangem Erbrechen, Panik- und Angstanfällen leiden.
  • Manche betroffene Mädchen und Frauen leiden auch noch Tage später unter Konzentrationsstörungen.

Wie kann ich mich vor K.O.-Tropfen schützen?

Nun nicht mehr mit Freunden wegzugehen, ist auch keine Lösung. Aber wenn du folgende Punkte einhältst, dann läufst du schon wesentlich weniger Gefahr, Opfer von sogenannten Knockout-Tropfen zu werden:

  • Nimm keine offenen Getränke von unbekannten Personen an.
  • Lass dein Getränk nicht unbeaufsichtigt stehen.
  • Hol dir im Zweifelsfall lieber ein neues Getränk.
  • Nimm dein bestelltes Getränk persönlich entgegen.
  • Kümmere dich um Freundinnen und Freunde, die zu viel getrunken haben.
  • Nimm bei einer Einladung nur Getränke an, deren Weg du vom Tresen an verfolgt hast oder die noch original verschlossen sind.
  • Wenn du dich unwohl fühlst oder wenn dir schlecht wird, sprich Freundinnen und/ oder Personal (z. B. in Diskotheken, Bars) an.
  • Hör auf deinen Instinkt und zögere nicht, die Disco oder eine Party in Begleitung einer Freundin zu verlassen, wenn du dich dort nicht sicher fühlst.
  • Lasse dir nicht von einem oder mehreren Fremden helfen und aus dem Raum/ aus der Disco etc. führen!
  • Sprich mit deinen Freundinnen über das Problem mit K.O.-Tropfen und achtet aufeinander wenn ihr ausgeht.
  • Wenn du beobachtest, dass jemand einer anderen Frau oder Mädchen etwas ins Glas mischt, gib ihr sofort Bescheid und benachrichtige das Personal.
  • Rufe im Zweifelsfall die Polizei an.

Was tun, wenn ich denke, Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein?

K.O.-Tropfen lassen sich im Blut und Urin nur für eine kurze Zeit (ca. 12 Stunden) nachweißen. Unter bestimmten Umständen kann aber durch eine Haaruntersuchung auch noch nach einer geraumen Zeit der Wirkstoff nachgewiesen werden.

Du solltest unbedingt schon beim Verdacht der Einnahme von K.O.-Tropfen eine Ärztin oder einen Arzt einschalten und zumindest so bald wie möglich eine Ambulanz oder ein rechtmedizinisches Institut aufsuchen. Sprich sofort an, dass du glaubst Opfer von K.O.-Tropfen geworden zu sein. Erkläre am besten, dass du diesen Zustand unter Alkoholeinfluss nicht kennst.

Du musst dich nicht schämen. Die Täter/innen können nur ausfindig gemacht werden, wenn betroffene Mädchen und Frauen den Mut haben, für ihre Rechte einzutreten und wichtige Informationen geben.

(la)

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